Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen


Baracken des Konzentrationslager Sachsenhausen

Das Konzentrationslager Sachsenhausen 1936-1945

Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936/37 auf Befehl der SS durch Häftlinge aus den Emslandlagern erbaut. Nach der Vorstellung Heinrich Himmlers, dem Reichsführer -SS und Chef der deutschen Polizei, sollte Sachsenhausen zu einen "modernen und neuzeitlichen" Lager ausgebaut werden. Der Entwurf folgte - unter den Aspekten von Funktion und Geometrie- einem "Idealplan" : Dreiecksgrundriss, symmetrischer  Aufbau, fächerförmig um den Appellplatz gruppierte Baracken, rundum verteilte Sonderbereiche waren unmittelbarer architektonischer Ausdruck von Ideologie und Machtanspruch, von Kontrolle und Terror.
 


Erschießungsgraben mit mechanischen Galgen

Durch die Nähe zu Berlin und damit zur Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht- Straße nahm Sachsenhausen eine Sonderrolle im KZ-System ein. Ein großes SS-Kontingent wurde hierher verlegt, das Lager selbst diente zugleich als Ausbildungsort für KZ- Kommandanten und Bewachungspersonal im ganzen NS- Bereich. Vor dem Lagereingang , im sogenannten "T- Gebäude", saß seit 1938 die für alle KZ zuständige "Inspektion der Konzentrationslager". 1944/ 45 erreichte das Lager Sachsenhausen seine größte Ausdehnung: über ein Gebiet von ca. 400ha erstreckten sich die wesentlichen Teile des Konzentrationslagers Sachsenhausen.
 


Arbeit an der Ziegelpresse des Klinkerwerkes

In etwa 100 Außenlager, die meisten davon in Berlin, leisteten die Häftlinge Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie.

Insgesamt waren in Sachsenhausen etwa 200.000 Häftlinge aus annähernd 40 Nationen eingesperrt: politisch, darunter viele Angehörige des Widerstandes, Juden, Sinti und Roma, Kriegsgefangene, Homosexuelle, sogenannte "Arbeitsscheue" und sogenannte "Berufs- , Gewohnheits- und Sittlichkeitsverbrecher". Nach dem Beginn des zweiten Weltkrieges wächst der Anteil ausländischer Häftlinge schnell an; sie stellen spätestens ab 1942 den weitaus größten Teil der Gefangenen. Es wird geschätzt, dass etwa 100.000 Menschen ermordet wurden. Ab 1941 wurden Massenmorde an über zehntausend nicht registrierten sowjetischen Kriegsgefangenen verübt, in Vergasungsfahrzeugen, mit Genickschussanlagen und durch nicht behandelten Typhus. Auch Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Zeugen Jehovas fielen wiederholten Massenmordaktionen zum Opfer.
Am 22. April 1945 wurden 3.000 kranke und nicht gehfähige Häftlinge im Hauptlager befreit.
Mehr als 35.000 hatten bereits zwei Tage zuvor die Baracken verlassen müssen. Sie wurden auf dem Todesmarsch in Richtung Schwerin von Einheiten der Alliierten befreit.
 

Das Speziallager Sachsenhausen 1945- 1950


Befreite Häftlinge vor dem Lagertor von Sachsenhausen - im Hintergrund Turm A

Im August errichtete die sowjetische Militärverwaltung in dem gerade geräumten KZ das "Speziallager Nr.7." Es wurde mit rund 60.000 Häftlingen innerhalb von fünf Jahren zum größten der elf Internierungslager in der SBZ, in die neben NS- Funktionären der unteren und mittleren Ebene, Wehrmachtsangehörige, Jugendliche unter Werwolfverdacht, aber auch politisch Missliebige und völlig willkürlich Verhaftete eingewiesen wurden.

Zwar wurde in Sachsenhausen wie in anderen Internierungslagern kein planmäßiger Mord betrieben, doch starben nach bisherigen Kenntnissen mindestens 12.000 Häftlinge an Hunger und Krankheiten, Kälte und Misshandlungen. Besonders bedrückend waren die vollkommene Isolierung von der Außenwelt sowie die Lese- und Arbeitsverbot in den ersten drei Jahren. 1950 wurde das "Speziallager Nr. 7" aufgelöst.
 

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

1961 wurde Sachsenhausen als dritte "Nationale Mahn- und Gedenkstätte" der DDR eingeweiht. Seit 1993 gehören Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zur vom Land Brandenburg gegründeten Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Seitdem sind neue Ausstellungen u.a. über jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen, die Geschichte des KZ Oranienburg sowie das Schicksal der 20.Juli - Häftlinge im KZ erarbeitet und gezeigt worden. Weitere Ausstellungen sind im Rahmen des dezentralen Gesamtkonzepts in Vorbereitung

Die erhaltenen Originalgebäude des Lagers sowie die von der DDR errichteten Anlagen der Gedenkstätte werden sukzessive saniert. Die durch einen rechtsextremistischen Brandanschlag stark beschädigten "jüdischen Baracken 38 und 39 werden derzeit wiederaufgebaut und als Museum der Geschichte der jüdischen Häftlinge in Sachsenhausen sowie der Geschichte des alltäglichen Lebens der Häftlinge im Konzentrationslager voraussichtlich 1997 eröffnet.

1995 kamen 270 000 Besucher in die Gedenkstätte davon mehr als 100 000 aus dem Ausland.

Die Gedenkstätte bietet kostenlose Führungen für Gruppen an. Für Schulklassen besteht auch die Möglichkeit in speziellen Projekten sich intensiver mit Aspekten der Geschichte des Konzentrationslagers zu beschäftigen.
 

Öffnungszeiten - Museen/ Ausstellungen:

April- September: Di.-So. 8.30- 18.00 Uhr
Oktober- März: Di. -So. 8.30-16.30 Uhr
Montags sind die Ausstellungen geschlossen.

Öffnungszeiten - Archiv/ Bibliothek :

Di.-Fr. 9.00- 15.00 Uhr
Montags geschlossen.
Archivnutzung nach terminlicher Voranmeldung

Adresse:

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg
Telefon: ( 03301) 80 37 15 / 16 / 17
Telefax: ( 03 301) 80 37 18

Angebote:

Archiv:

Bestände (Kopien und Originale):

  • Erlebnisberichte ehemaliger Häftlinge
  • Schriftgut des KZ Oranienburg 1933-34
  • Schriftgut des Konzentrationslagers Sachsenhausen 1936-1945
  • Schriftgut des Speziallagers Sachsenhausen 1945-1950
  • Teilbestände der Lagerarbeitsgemeinschaft Sachsenhausen 1936- 1945
  • Wissenschaftliche Forschungsarbeiten über das KZ Sachsenhausen.

Bibliothek :

Literatur über:

  • Nationalsozialismus
  • Widerstand
  • Arbeiterbewegung
  • Konzentrationslager- allgemein
  • KZ Sachsenhausen
  • Internierungslager-allgemein
  • Speziallager Sachsenhausen

Gegenwärtige Ausstellungen :

Im Neuen Museum:

  • Jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1936-1945
  • Bücher gegen Vergessen und Verdrängen
  • Wechselausstellungen

Im Lagermuseum: (ehemalige Lagerküche)

  • Konzentrationslager Sachsenhausen 1936 - 1945
  • Speziallager Sachsenhausen 1945 - 1950

Im Foyer des Veranstaltungsraums

* Werkstattausstellung: Neuerwerbungen aus Archiv und Depot

In einem Ausstellungszelt:

  • Die Baracken 38 und 39. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
  • Im Museum des Todesmarsches im Belower Wald
  • Ständige Ausstellung

Wanderausstellungen

  • z.Zt. "Juden im KZ Sachsenhausen 1936-1945"
  • "Jews in the Sachsenhausen Concentration Camp 1936- 1945"

Besucherbetreuung/ Gedenkstättenpädagogik

  • *Führungen nach Voranmeldung
  • Allgemeine Führungen
  • Spezielle Führungen
  • Führungen im Museum des Todesmarsches

Filmvorführungen:

  • "Todeslager Sachsenhausen" Dt. 1946/47, s/w 38min.
  • "Berlinskij Prozess" UdSSR 1948, Dt. Untertitel, s/w 35min
  • Sonderfilmvorführungen

Projekttage /Projektwochen nach Vereinbarungen

Geschpräche mit Zeitzeugen

Veranstaltungen:

  • Begleitveranstaltungen zu Ausstellungen
  • Wissenschaftliche Vortragsreihen
  • Thematische Filmreihen
  • Fachtagungen und Konferenzen
  • Kulturelle Veranstaltungen
  • Workcamps

Anreisemöglichkeiten:

S-Bahn aus und nach Berlin
S 1 Berlin-Wannsee <> Oranienburg <> Berlin-Wannsee (alle 20 Minuten)
S10 Berlin-Spindlersfeld <>Birkenwerder <> Berlin-Spindlersfeld (alle 20 Minuten)
- weiter bis Oranienburg:
S 1 Birkenwerder <> Oranienburg <> Birkenwerder (alle 20 Minuten)

Regionalbahnen, die über Oranienburg (jeweils im 2-Stunden-Takt) fahren
RB 19Potsdam-Pirschheide --- Hennigsdorf -- Oranienburg <>
Oranienburg -- Hennigsdorf -- Potsdam-Pirschheide
RB 12 Berlin-Westkreuz -- Berlin-Spandau -- Hennigsdorf -- Oranienburg -- Templin <>
Templin -- Oranienburg -- Hennigsdorf -- Berlin-Spandau -- Berlin-Westkreuz
RE 2 Cottbus -- Berlin-Lichtenberg -- Berlin-Hohenschönhausen -- Oranienburg --
Neubrandenburg -- Stralsund<>Stralsund -- Neubrandenburg --
Oranienburg -- Berlin-Hohenschönhausen -- Berlin Lichtenberg -- Cottbus

Übernachtungsmöglichkeiten:

  • Hotel "Ruperti", Waldstraße 14, 16515 Oranienburg (Tel.: 03303-85922)
  • Hotel "Oranienburger Hof", Bernauerstr. 48-50, (Tel.:03301- 80 2072)
  • City-Pension, Bernauerstr. 19, 16515 Oranienburg, (Tel.: 03301- 53 50 68)

Museum des Todesmarsches im Wald von Below

Ein kleines Museum erinnert an den Todesmarsch der evakuierten Insassen des Lagers Sachsenhausen, Ravensbrück und des Außenlagers Heinkel im April 1945.

Die Nationalsozialisten trieben die halbwegs marschfähigen Häftlinge kurz vor der Befreiung der Konzentrationslager in Richtung Norden. Es waren 15.000 Häftlinge aus Ravensbrück und rund 33.000 aus Sachsenhausen, die täglich 40 km Fußmarsch krank, unterernährt und nur notdürftig gekleidet auf sich nehmen mussten. Viele tausend Häftlinge starben auf diesem Marsch oder wurden von der SS ermordet.

Im Belower Wald errichtete die SS einen Lagerplatz für die erschöpften und ausgehungerten Häftlinge. In wenigen Tagen starben dort 700 bis 800 Menschen. Die noch sichtbaren Zeichen und Inschriften, die Häftlinge in die Baumrinde einritzten, sind letzte Spuren ihres Leidensweges.

Öffnungszeiten:

1. März bis 15. Juni : Di.- So. 9.00- 16.00 Uhr
16. Juni- 15. September: Di.-So. 7.00- 17.00 Uhr
16. September - 30. November: Di.-So. 9.00- 16.00 Uhr
1.Dezember- 28. Februar: M.-Fr. 9.00-16.00 Uhr

Adresse:

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Außenstelle Museum des Todesmarsches
Belower Damm 1
16909 Wittstock
Tel.: 039925/ 2478

Angebote:

  • Ständige Ausstellung
  • Führungen

Anreisemöglichkeiten:

Autobahn A 24 Richtung Hamburg, Ausfahrt Wittstock, Landstraße Richtung Röbel
DB Berlin-- Neustrelitz, dort weiter mit RB nach Wittstock

Übernachtungsmöglichkeiten:

Deutsches Haus
Am Markt 2
16909 Wittstock

Fremdenverkehrsverein Wittstock
am Markt 1
16909 Wittstock
Tel: 03394/ 433 442
Fax: 03394/ 433620

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